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Wie die Lausitz zum Faser-Revier werden kann
Das neue Forschungsprojekt LauTra untersucht, wie aus regionalen Faserpflanzen und Reststoffen neue Wertschöpfungsketten für die Lausitz entstehen können.
Flachs, Nutzhanf, Fasernessel oder Miscanthus wachsen in der Lausitz. Künftig könnten solche Pflanzen gemeinsam mit Reststoffen wie Stroh oder kommunalem Laub auch Rohstoffe für eine regionale Naturfaserwirtschaft liefern. Welche Potenziale dafür tatsächlich vorhanden sind und wie daraus neue Wertschöpfungsketten entstehen können, untersucht das Forschungsprojekt „LauTra – Gemeinsam auf dem Weg zum Lausitzer Faser-Revier“.
Dabei geht es nicht in erster Linie um klassische Textilien. Naturfasern können beispielsweise in Faserverbundstoffen, Leichtbauplatten, Spezialpapieren, industriellen Formteilen oder Verpackungsmaterialien eingesetzt werden. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Hochschule Zittau/Görlitz untersuchen gemeinsam mit Akteuren aus der Region, wie sich solche Anwendungen zu einer faserbasierten, zirkulären Bioökonomie in der Lausitz entwickeln lassen. Das Projekt läuft über drei Jahre und wird vom Bundesforschungsministerium (BMFTR) gefördert.
Welche Rohstoffe bietet die Lausitz?
An der HSZG untersucht das Zittauer Institut für Verfahrensentwicklung, Kreislaufwirtschaft, Oberflächentechnik, Naturstoffforschung (ZIRKON), welche Potenziale für Faserpflanzen und andere geeignete Biomasse in der Region bestehen. Dafür entwickelt das Forschungsteam ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell.
Mit der Modellierung können wir aufzeigen, wie die Biomasse unserer Region derzeit genutzt wird und welche Wertschöpfungsketten zukünftig entstehen könnten.
Das Modell soll außerdem sichtbar machen, welche Verarbeitungswege auf Grundlage der vorhandenen Rohstoffe vielversprechend sind und wo mögliche Engpässe oder Flächenkonkurrenzen entstehen könnten.
Technische Möglichkeiten allein reichen nicht
Ob eine neue regionale Faserwirtschaft entsteht, hängt jedoch nicht allein davon ab, welche Rohstoffe und Technologien verfügbar sind. Landwirtschaft, verarbeitende Betriebe und Unternehmen müssen Entscheidungen treffen und zusammenarbeiten. Auch Kommunen, Verwaltung und Wirtschaftsförderung können wichtige Rahmenbedingungen schaffen.
Hier setzt das Institut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung (TRAWOS) der HSZG an. Gemeinsam mit dem IÖW untersucht das Forschungsteam die unterschiedlichen Ausgangslagen und Interessen potenzieller Akteure. Interviews und mehrere Workshops in der Lausitz sollen zeigen, unter welchen Bedingungen neue Wertschöpfungsketten tatsächlich entstehen können.
Wie kommt es dazu, dass eine Landwirtin auf den Anbau von Nutzhanf wechselt? Was gibt einem Baustoffhersteller den Impuls, in neue Verarbeitungsanlagen zu investieren?
Solche konkreten Entscheidungen bestimmen mit darüber, ob eine neue bioökonomische Wertschöpfung entsteht. LauTra betrachtet deshalb den gesamten Weg von der Primärproduktion über Aufbereitung und Handel bis zum Einsatz der entstandenen Produkte. Dabei untersucht das Projekt auch, welche Abstimmungsprozesse und Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.
Wege für ein Lausitzer Faser-Revier gemeinsam entwickeln
Unter der Leitung von Dr. Alexandra Dehnhardt vom IÖW will LauTra die verschiedenen Perspektiven zusammenbringen. Ziel ist es, gemeinsam mit Menschen und Organisationen aus der Region unterschiedliche Transformationspfade für eine faserbasierte, zirkuläre Bioökonomie zu entwickeln und daraus Empfehlungen für die praktische Umsetzung abzuleiten.
Das Projektteam lädt deshalb Unternehmen, Landwirtschaft, Kommunen und weitere Interessierte aus der Lausitz ein, sich mit ihren Erfahrungen und Perspektiven in LauTra einzubringen.
Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Beteiligung gibt es auf der Projektwebsite von LauTra.
Förderhinweis: Den finalen Wortlaut ergänzen wir, sobald die verbindlichen Förder- und Publizitätsvorgaben geklärt sind.
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