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Wie wollen wir im Alter wohnen? – Görlitz diskutiert Zukunft und Lösungen
Bereits zum dritten Mal lud das GAT-Institut gemeinsam mit dem Familienbüro, der Engagierten Stadt Görlitz und dem Kreisseniorenrat des Landkreises Görlitz zum Thementag ein. Unter dem Titel „Wohnen im Alter – zwischen Tradition und Zukunft" kamen am 28. September 2026 über 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute aus Wissenschaft und Praxis und regionale Akteure zusammen, um gemeinsam über eine der zentralen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit zu diskutieren. Die Veranstaltung ist eingebettet in das Verbundprojekt Saxony5.
Eröffnung des Thementages
Bereits zum dritten Mal lud das GAT-Institut gemeinsam mit dem Familienbüro Görlitz, der Engagierten Stadt Görlitz und dem Kreisseniorenrat des Landkreises Görlitz zum Thementag ein. Rund 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute aus Wissenschaft und Praxis und regionale Akteure kamen am 28. September 2026 in Görlitz zusammen, um gemeinsam über eine der zentralen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit zu diskutieren.
Maria Fabisch aus dem Projekt Saxony5 vom GAT-Institut eröffnete den Thementag mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Frage an das Publikum: „Wer möchte mit 80 Jahren noch im eigenen Zuhause wohnen?" Die Antwort war eindeutig und spiegelt wider, was Studien bestätigen: Über 80 Prozent der Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben.
Aber wie gelingt selbstbestimmtes Wohnen im Alter und welche Wohnformen, Unterstützungsangebote und technischen Möglichkeiten stehen dafür zur Verfügung? Der Tag beleuchtete vielfältige Wohnformen vom Mehrgenerationenhaus bis zur Demenzstadt, diskutierte soziale Strukturen wie Kümmerer und Nachbarschaftshilfe, informierte über barrierefreie Wohnraumanpassung und warf einen Blick auf intelligente Technologien, die ein Leben zu Hause länger möglich machen.
Impuls aus der Wissenschaft
Sarah Kautz von der BTU Cottbus-Senftenberg stellte Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Professionalisierung der Wohnraumberatung in Brandenburg" (ProWoB) vor.
Ihre Forschung zeigt: Wohnraumberatung findet in der Praxis meist erst in akuten Krisensituationen statt und präventive Potenziale bleiben häufig ungenutzt. Zudem verdeutlichte der Beitrag, dass Wohnen ein komplexes soziales Phänomen ist, das von Normen, Werten und wirtschaftlichen Verhältnissen geprägt wird und dass Beratung entsprechend sensibel und ganzheitlich erfolgen muss.
Block 1: Wohnformen im Alter – Erfahrungen aus der Praxis
Im anschließenden Block zu vielfältigen Wohnformen kamen drei Perspektiven zu Wort: Der Verein Miteinander Füreinander Jung und Alt Görlitz e.V. berichtete offen über Erfahrungen und auch Grenzen des generationenübergreifenden Gemeinschaftswohnens. Arne Myckert (KommWohnen) stellte vor, wie zukünftiges Seniorenwohnen in Görlitz konkret aussehen kann. Sebastian Kubasch wagte schließlich einen Blick in eine weitere Zukunft und sprach über das Wohn- und Versorgungskonzept für Menschen mit Demenz in Görlitz.
Block 2: Leben im Quartier – Nachbarschaft als Ressource
Der zweite Block richtete den Blick vom Wohnraum auf das Wohnumfeld. Philipp Schmidt (Genos) stellte das Konzept des „Kümmerers" vor: eine Fachkraft, die im Quartier gezielt dabei hilft, nachbarschaftliche Netzwerke zu stärken und Menschen miteinander zu verbinden. Lena Wallnitz präsentierte anschließend das Mehrgenerationenhaus Görlitz und die dort gelebte Nachbarschaftshilfe als konkretes Beispiel dafür, wie generationenübergreifende Unterstützung im Alltag funktionieren kann.
Beide Beiträge machten deutlich, dass soziale Einbindung und gegenseitige Unterstützung keine Selbstverständlichkeit sind. Sie brauchen Strukturen, Orte und Menschen, die sie tragen.
Block 3: Barrierefreiheit und digitale Unterstützung
Im abschließenden Seminarteil wurden zwei praktische Handlungsfelder beleuchtet.
Elvira Mirle, Inklusionsbeauftragte für den Landkreis Görlitz, informierte über barrierefreies Wohnen und Wohnraumanpassung sowie die dazugehörigen Finanzierungsmöglichkeiten. Ein Thema, das für viele Menschen konkret und dringend ist, über das aber noch zu wenig gesprochen wird.
Oliver Welz vom Zentrum für skalierbare Datenwissenschaft und Künstliche Intelligenz (ScaDS.AI) zeigte abschließend, welche Möglichkeiten Künstliche Intelligenz im häuslichen Alltag älterer Menschen bieten können. Sein Beitrag regte zum neugierigen Ausprobieren und lebhafter Diskussion an und machte deutlich, dass digitale Unterstützung Selbstständigkeit fördern kann, wenn sie niedrigschwellig und menschenzentriert gestaltet wird.
Fazit
Der 3. Thementag hat gezeigt, dass die Frage des Wohnens im Alter viele Dimensionen hat: bauliche, soziale, finanzielle und technische. Die große Resonanz und die engagierten Diskussionen bestätigen den Bedarf an solchen Begegnungsformaten in der Region. Das GAT-Institut plant gemeinsam mit seinen Partnern, die Reihe auch im letzten Projektjahr fortzusetzen.
Die Veranstaltung ist eingebettet in das Verbundprojekt Saxony5.
Wohnen im Alter ist keine reine Wohnungsfrage – es geht um Teilhabe, Würde und ein funktionierendes soziales Umfeld. Dieser Thementag hat gezeigt, wie viele kreative Ansätze es bereits gibt, und wie wichtig es ist, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft dabei zusammenzubringen."
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