LaNDER³ - News

14. September 2020

Wo landen naturfaserverstärkte Kunststoffe am Ende ihrer Nutzungsdauer?

Im Sommersemester 2020 hat der Student Lukas Vesely aus dem Studiengang Ökologie und Umweltschutz erfolgreich sein Praxissemester mit dem Thema „Probenahme und Charakterisierung von Kunststoffen im realen Abfallstrom eines Recylingunternehmens“ im Rahmen des LaNDER³-Projektes absolviert.


Student Lukas Vesely (2. v.l.) mit Kollegen beim Versuch an der Anlage beim Praxispartner

Am Lebensende eines Kühlschrankes, einer Waschmaschine, eines Autos oder eines Zuges wartet ein großer Shredder. Nach der Zerkleinerung folgen mehrere Sortierschritte. Der Stoffstrom Ersatzbrennstoff (EBS) ist ein Gemisch aus Kunststoff, Gummi und Holz, welches bei der Aufbereitung von Altfahrzeugen sowie Misch- und Sammelschrott bei unserem Praxispartner SCHOLZ Recycling GmbH nach dem Abtrennen aller metallhaltigen Bestandteile übrigbleibt.

In diesem Stoffstrom werden zukünftig Naturfaserverstärkte Kunststoffe erwartet, sollten sie ihr Lebensende als Türverkleidungen oder Hutablagen (den typischen aktuellen Anwendungen naturfaserverstärkter Kunststoffe) erreicht haben.

Herr Vesely hat im März 2020, mit einer Verzögerung durch Corona-Maßnahmen, seine Arbeit vor Ort in Espenhain im Betrieb des Praxispartners beginnen können. Er hat dort über einen Zeitraum von einem Monat verschiedene Abfallströme beprobt und das Material anschließend mit Prozessen der Zick-Zack-Sichtung und Schwimm-Sink-Trennung weiterverarbeitet. In Zittau bestimmt er nun grundlegende verfahrenstechnische Parameter (z.B. Korngrößenverteilung) und analysiert die Zusammensetzung des Materials.

Das Ziel von Herrn Veselys Arbeit war es, zu evaluieren, welche Kunststofffraktionen aus dem untersuchten Stoffstrom für ein werkstoffliches Recycling in Betracht kommen, um den Anteil, welcher thermisch verwertet wird, reduzieren zu können. Es folgt nun die Bachelorarbeit, in welcher verschiedenen Sortierverfahren zur Abtrennung der Zielfraktionen weiter untersucht werden.

Es ist die 5. studentische Arbeit im Forschungsschwerpunkt 2 - Werkstoffgerechtes Recycling von NFK-Abfällen. Die Studenten erhalten im Rahmen der Forschungsprojekte die Chance, an den aktuellen Herausforderungen der Wirtschaftsunternehmen gemeinsam mit den Forschern der Hochschule Zittau/Görlitz zu arbeiten. Bei Interesse an Themen für studentische Arbeiten wenden Sie sich gerne direkt an die Projektleiter und Forschungsmitarbeiter.

Ansprechpartner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dipl.-Ing.
Anett Kupka
Institut für Torf- und Naturstoffforschung
Standort 02763 Zittau
Hochwaldstraße 14
Gebäude Z XV, Raum 1.02
+49 3583 612-4961
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